…ich die Krankensalbung gespendet bekommen möchte?

Unmittelbare Lebensgefahr, der Erhalt einer ernsten Diagnose oder das Anstehen einer schweren Operation sind herausfordernde Extremsituationen im Leben eines Menschen, in denen die eigene Ohnmacht spürbar wird.

In dieser Situation kennt die katholische Kirche das Sakrament der Krankensalbung. Es steht für den Beistand, die Begleitung und den göttlichen Trost durch Jesus Christus in schwerer Krankheit, Lebensangst oder Todesnähe. Aus den Evangelien wissen wir, dass er ganz selbstverständlich auf kranke Menschen zugegangen ist und besonders ihnen seine heilende und liebende Nähe geschenkt hat (z.B. Heilung eines Blinden, Mk 10,46-52, oder „Jesus heilte alle Kranken“, Lk 4,40).

Schon seinen Jüngern hat er aufgetragen, Kranke zu heilen, und im Jakobusbrief (Jak 5, 14-15) wird es folgendermaßen beschrieben:
„Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben.“

Im Sakrament der Krankensalbung erfährt der Kranke Hoffnung auf ein erneutes Leben nach der Gesundung, der Sterbende erfährt Hoffnung auf ein neues und erlöstes Leben nach dem Tod. In der Handauflegung und Salbung mit Öl kommt dies sinnfällig zum Ausdruck. Die Handauflegung des Priesters versichert dem Empfänger des Sakraments, dass er unter Gottes Schutz steht, wohingegen die Ölung die heilende und rettende Zuwendung Jesu Christi ausdrückt.

Die Krankensalbung ist nicht unbedingt ein Sakrament für die letzten Lebensstunden („Letzte Ölung“), sondern ein wirkmächtiges heiliges Zeichen in Stunden schwerer Erkrankung oder der Altersschwäche. Der Zeitpunkt für die heilige Salbung sollte also nicht unnötig hinausgezögert werden.

Der Wunsch nach der Krankensalbung muss vom Kranken selbst ausgehen. Jede Art von Bevormundung ist zu vermeiden. Schwer kranke oder im Sterben liegende Pfarrangehörige dürfen jederzeit einen Priester zur Spendung der Krankensalbung (und der Krankenkommunion) rufen lassen. Die Begleitung durch Angehörige, Bekannte und Freunde ist ausdrücklich erwünscht, tut dem Kranken gut und zeigt ihm, dass Anteil an seiner Situation genommen wird.
Sie erreichen unsere Priester über das Pfarrbüro oder die Notfallnummer (09602/615097).

Es wäre schön, wenn Sie zur Spendung der Krankensalbung die Möglichkeit hätten, einen Tisch mit weißer Decke herzurichten, darauf ein Kreuz mit einer brennenden Kerze. Wenn Sie Weihwasser zur Hand haben, stellen Sie dies bitte dazu.

Wie ist der Ablauf der Feier?

Nach einem Eröffnungsgebet, der Bitte um Vergebung der Schuld (der Empfänger ist eingeladen, die Beichte abzulegen), einer kurzen Schriftlesung und Fürbitten spricht der Priester ein Lobgebet über das geweihte Öl. Dann legt er dem kranken Menschen die Hände auf die Stirn und salbt anschließend zuerst seine Stirn und anschließend beide Händflächen mit einem Kreuzzeichen. Dabei spricht er:

Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes. Amen.

Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf. Amen.

Mit dem Vaterunser und dem Segen endet die Feier der Krankensalbung.